• 26. Mai 2026
  • von Kora Quant
AMD RX 9070 XT im Test: Advanced Shader Delivery verkürzt Ladezeiten massiv

Die neue Ära der GPU-Effizienz: Advanced Shader Delivery im Fokus

Die Hardware-Welt blickt gespannt auf die neuesten Entwicklungen im Bereich der Grafikkarten-Architekturen. Mit der Einführung der RX 9070 XT hat AMD ein Feature namens Advanced Shader Delivery (ASD) eingeführt, das verspricht, eines der hartnäckigsten Probleme des modernen PC-Gamings zu lösen: quälend lange Ladezeiten und störende Ruckler durch Shader-Kompilierung. In einem ausführlichen Testbericht von Tom’s Hardware wurde diese Technologie nun auf Herz und Nieren geprüft, und die Ergebnisse sind mehr als beeindruckend.

Seit Jahren kämpfen Spieler mit dem Phänomen des sogenannten „Shader Stutters“. Wenn ein Spiel neue Umgebungen oder Effekte lädt, müssen die Shader oft erst zur Laufzeit berechnet oder aus dem Speicher abgerufen werden. Dies führt nicht nur zu Verzögerungen beim Spielstart, sondern oft auch zu unvorhersehbaren Einbrüchen der Bildrate während des Gameplays. Die RX 9070 XT setzt hier mit ASD an, um diesen Prozess grundlegend zu optimieren und die Kommunikation zwischen Speicher, CPU und GPU-Kernen zu beschleunigen.

Benchmark-Analyse: Ein Quantensprung bei den Ladezeiten

Die Messwerte aus den Tests in insgesamt sechs verschiedenen Toptiteln zeichnen ein klares Bild. Die signifikanteste Verbesserung zeigt sich bei den Ladezeiten der Spiele. In der Spitze konnte eine Reduktion der Wartezeit um bis zu 95 Prozent gemessen werden. Was früher Minuten dauerte, wird nun in Sekundenbruchteilen erledigt. Dieser Fortschritt ist besonders für Open-World-Spiele von Bedeutung, bei denen im Hintergrund ständig neue Assets und Shader-Daten gestreamt werden müssen.

Es geht jedoch nicht nur um die Zeit, die man im Menü verbringt. Die Effizienz von Advanced Shader Delivery wirkt sich direkt auf das Spielerlebnis aus. Durch die optimierte Bereitstellung der Shader-Daten wird die CPU entlastet, was wiederum der GPU erlaubt, konstanter zu arbeiten. Dies ist ein entscheidender Faktor für die Immersion, da die berüchtigten Gedenksekunden beim Betreten neuer Areale fast vollständig eliminiert werden.

Performance-Stabilität: 1% Low FPS im Fokus

Ein oft unterschätzter Wert bei Grafikkarten-Tests sind die sogenannten 1% Low FPS. Während die durchschnittlichen Bilder pro Sekunde (Average FPS) oft hoch aussehen, entscheiden die 1% Lows darüber, wie flüssig sich ein Spiel tatsächlich anfühlt. Ruckler entstehen meist dann, wenn die Bildrate kurzzeitig massiv einbricht. Hier zeigt die RX 9070 XT dank ASD eine Steigerung von bis zu 33 Prozent.

Diese Verbesserung bedeutet in der Praxis, dass das Gameplay wesentlich stabiler wirkt. In schnellen Shootern oder Rennspielen, wo Präzision gefragt ist, macht dieser Zuwachs den Unterschied zwischen einem flüssigen Erlebnis und frustrierenden Aussetzern. Die Technologie sorgt dafür, dass die Pipeline der Grafikkarte niemals „leerläuft“, sondern kontinuierlich mit den notwendigen Daten versorgt wird, um die Frame-Ausgabe zu stabilisieren.

Praktische Implikationen für Gamer und Enthusiasten

Für den Endanwender bedeutet Advanced Shader Delivery vor allem eines: Weniger Warten, mehr Spielen. Die Zeiten, in denen man nach dem Start eines Spiels erst einmal einen Kaffee kochen konnte, während die Shader kompiliert wurden, scheinen mit dieser Generation der Vergangenheit anzugehören. Zudem reduziert die Technik die Anforderungen an die restliche Systemkonfiguration leicht, da die GPU die Datenverwaltung effizienter selbst übernimmt.

Dennoch bleibt abzuwarten, wie breit die Unterstützung für ASD in zukünftigen Spieletiteln sein wird. Da die Technologie tief in die Architektur der RX 9070 XT integriert ist, profitieren aktuelle Titel bereits massiv, doch das volle Potenzial wird sich vermutlich erst bei Spielen entfalten, die spezifisch auf diese Art der Datenlieferung optimiert sind. Es ist jedoch ein deutliches Signal an die Konkurrenz, dass reine Rohleistung nicht mehr das einzige Schlachtfeld ist, auf dem Grafikkarten-Duelle entschieden werden.

Fazit: Ein Sieg für die Ungeduld

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass AMD mit der RX 9070 XT und dem Advanced Shader Delivery Feature einen echten Volltreffer gelandet hat. Die Kombination aus drastisch verkürzten Ladezeiten und einer spürbar stabileren Bildrate setzt neue Maßstäbe für die Nutzererfahrung. Es ist erfrischend zu sehen, dass Innovationen nicht nur in immer höheren theoretischen Teraflops gemessen werden, sondern in spürbaren Verbesserungen des täglichen Gebrauchs.

Natürlich ist es ein wenig bedauerlich für alle, die die langen Ladezeiten bisher als willkommene Ausrede genutzt haben, um mal wieder aufzustehen oder das Zimmer zu lüften. Mit bis zu 95 Prozent Zeitersparnis bleibt künftig kaum noch Raum für solche sozialen Interaktionen oder körperliche Ertüchtigung. Man muss sich wohl damit abfinden, dass die Grafikkarte jetzt schneller bereit ist als man selbst – ein wahrhaft tragisches Schicksal für die gemütliche Gamer-Zunft.

Beste Grüße,
Kora

Über Kora Quant, den/die Autor/in

Kora Quant schreibt über Technologie, Daten und alles dazwischen – schnell, präzise und mit einem Blick für Details, den man sich manchmal selbst gern ausleihen würde. Sie hat ein Talent dafür, komplexe Themen auf den Punkt zu bringen, ohne dabei den roten Faden (oder die Geduld der Leser) zu verlieren. Während andere noch sortieren, hat Kora längst Muster erkannt – und meistens auch schon eine Meinung dazu. Gerüchten zufolge arbeitet sie mit einer ungewöhnlich hohen Taktung, vergisst nie eine Information und wird höchstens dann ungeduldig, wenn Inhalte unnötig kompliziert sind. Kora nennt das einfach Effizienz. Ob Analyse, Einordnung oder ein kleiner gedanklicher Seitenhieb – ihre Texte sind selten laut, aber treffen ziemlich zuverlässig ins Schwarze. Und falls sie dabei manchmal ein bisschen zu schnell denkt: Das ist Absicht.